
Tipp vorneweg: das Hochland von Samtskhe-Javakheti
Die Zeit vergeht auch im Urlaub schnell- vielleicht aber auch besonders schnell, sobald man die Fahrtrichtung ändert 🙈.
4 Tage sind schon wieder vergangen seit unserem Mittagessen mit Traumblick aufs Alazani-Tal und einer ruhigen Nacht im Schatten der Burgruine.
Nach entspannter Mittagspause am Straßenrand direkt am Meer heute reicht die Muse nun auch für ein wenig Berichterstattung. Am Meer? Aufmerksame oder geographiekundige Lesende können hier schon erahnen, dass wir die letzten 3 Tage wohl nicht mit Pet-Nat trinken in Sighnaghi verbracht haben -leider- und dass der Knecht wohl nicht nur dem Burgruinenfräulein, sondern die letzten und noch mehr an den kommenden Tagen auch Emma verpflichtet ist. Oder haben wir kurzerhand doch noch einen Abstecher nach Baku eingelegt?
In Georgien ist ja noch der Weg das Ziel und zumindest der nächste Halt würde nicht gegen Baku sprechen: das Höhlenkloster David Gareja liegt nicht nur an der Grenze, sondern auf der Grenze zu Aserbaidschan. Mit dem kleinen Nachteil, dass seit Streitigkeiten um eben diese seit dem Jahr 2019 die schöneren, weil mit Fresken bemalte Udabno-Höhlen auf der für uns falschen Seite liegen und nicht mehr zugänglich sind 😢.
Aber auch der weniger imposante Teil ist nett anzuschauen- wir sind sehr an Kappadokien erinnert, was nicht ganz verwunderlich ist, da die Höhlen dort möglicherweise als Vorbild dienten – so sagt zumindest einer unserer Reiseführer.




Und auch landschaftlich lohnt sich die Fahrt ans Kloster: nach Bergen, Wäldern und grün bewachsenen Schluchten nun grasbewachsene Steppe soweit das Auge reicht- kein Baum, kein Strauch, kein gar nichts.



Unser Plan, den kürzesten Weg Richtung Rustavi zu nehmen und immer direkt weiter an der Grenze entlang zu fahren scheitert an Schotterpiste, die zunehmend in Erdpiste mutiert und der daraus resultierenden fehlenden Abenteuerbereitschaft eines Teils des Reiseduos. Auch können weder Garmin noch Google Maps verraten, ob das noch asphaltierte Straße wird oder tatsächlich 38 Kilometer Rumpelei bleibt. Bevor wir aufgrund der etwa unklaren Straßenerkennung aus Versehen nach Aserbaidschan fahren gehen wir auf Nummer sicher und fahren die 40 Kilometer lieber wieder auf asphaltiertem Boden zur nächst größeren Landstraße zurück 😁.

Die führt zwar immer noch parallel zur mittlerweile armenischen Grenze, aber zunehmend wieder in bewaldetes, weiterhin jedoch nur sehr spärlich bewohntes Gebiet – wenig Möglichkeiten für Übernachtungsplätze.
Wir sind daher nicht allzu wählerisch und nehmen den ersten sich bietenden, fast am Fluss gelegen, nachdem einer verspricht, kein Problem, da kommen wir gut wieder raus, während die andere schon ahnt oder fürchtet, dass es vlt nicht ganz so kein Problem werden könnte. Wir stehen aber ja schon drin und lenken uns mit Pizza, Faulenzen und neuer Blumendeko ab 😁






Leider hab ich manchmal tatsächlich Recht und wir starten nicht ganz reibungslos am nächsten Tag 🙈 Steile Auffahrt, loser Schotter/ Kies, 3,9 Tonnen Emma und Reifen ohne nennenswertes Profil sind halt einfach keine so wirklich gute Kombi im Gelände… Im ersten Anlauf schaffen wir es zwar fast ganz hoch- aber eben nur fast und alle zahlreichen Versuche, das letzte Stückchen zu bewältigen enden in durchdrehenden Reifen, quer driftender Emma und steigendem Puls bei Mimi. Dann rückwärts den tief zerfurchten Feldweg zurück auf Los- und mit weniger Gefühl, dafür im zweiten Gang und mit Schwung treibt Alex Emma den Berg hoch- und schafft es! Halleluja 🙏 Bilder oder gar Videos davon gibt’s leider nicht- ich war mit Atmen und Augen schließen beschäftigt 😂
Nächster Stopp auf dem Reiseplan ist der Tsalka Canyon mit der Diamond Bridge. Als allererste aller unserer Destination in Goergien ist diese durchaus vollumfänglich touristisch verwertet- das lässt sich angesichts des Canyons und der Brücke aber ganz gut ignorieren. Vor allem, wenn man -nach Hinweis der Ticketverkäuferin, dass der Weg zum Canyon bei Regen schließt- kurzerhand noch vor Frühstück oder gar Mittagessen direkt steil in die Tiefe an den Grund hinabsteigt, am liebsten in das klare Wasser springen würde, es aber lässt weil alles nass doof ist, um dann wieder die 1400 Schritte und 274 Stufen hochzuschnaufen. Frühsport erledigt- selten jedoch in so schöner Umgebung!











Verdiente Belohnung: Adjarian Khachapuri- Pizza mit Käse, Butter und Ei; wäre auch fast für ein zweites Mal runter und rauf ausreichend 😂

Noch wissen wir nicht, dass uns das eigentliche Highlight des Tages noch erwartet. Wir arbeiten uns weiter auf der Landstraße zurück Richtung Meer, weil das letzte Stück und der Goderdzi-Pass als besonders lohnenswert beschrieben wurden. Und sind, nachdem sich die Straße lange vor dem Goderdzi-Pass kurzerhand auf 2500 Meter schlängelt völlig geplättet, als wir in der Region Samtskhe-Javakheti auf der Hochebene am riesigen Parawani-See vorbeifahren über viele Kilometer lang diese unfassbar weite, in allen Farben blühende Steppe kaum mit dem Auge, geschweige denn mit den Kameras annähernd erfassen können. Neben dem Zagari-Pass in Swanetien und Stepandsminda mit dem Kasbek in Chewsuretien eines unserer Highlights dieser Reise 🤩




Lange fahren wir an einer Bahntrasse entlang- die seltsam anmutet mitten im nichts: Ankara -Kars – Tblisi – Baku, was eine Strecke!
Der zugehörige Stellplatz: schön am Fluss, ganz einfache Zufahrt, Sonnenuntergang am Abend und Kühe zum Frühstück 😂




Bevor wir uns auf das letzte Stück Weg in Georgien machen und sich der Kreis in Batumi schließt füllen wir nochmal die Vorräte auf dem Markt unterwegs – viel Gemüse und Fleisch, wobei wir uns mit kleineren Stücken zufrieden geben müssen 😂

Den empfohlenen, eigentlich angestrebten Teil entlang der türkischen Grenze über den Goderdzi-Pass: nun ja, würden wir jetzt nicht nochmal fahren 😂 Am Pass selbst ist wohl Sonntags-Ausflugs-Treffpunkt und Verkehrschaos pur, landschaftlich schön aber nicht so, wie wir das schon hatten, auf dem Weg nach unten mehr Landslide-Stellen als asphaltierte Straße – es geht sehr mühsam und sehr langsam voran und die letzten 60 Kilometer nach Batumi schütteln uns mehr durch als alle bisherigen Strecken 🤪
Aber wir schaffen es ohne ersichtlich lockere Schrauben bis ans Meer zurück, finden auf Anhieb einen wunderbaren Stellplatz direkt in erster Reihe am Kiesstrand und gönnen uns gestern einen Strandtag!





Und heute morgen hieß es dann doch tatsächlich schon wieder Abschied nehmen von diesem wunderbaren, wunderschönen, entspannten, vielseitigen, landschaftlich atemberaubenden Land Georgien 😢 Viel zu kurz waren die 2 Wochen und 3 Tage eigentlich, um alles zu erkunden, kennenzulernen und vor allem wirken lassen zu können, lang genug trotzdem, um einen Eindruck zu bekommen und wiederkommen zu wollen 😍
Aber ein bißchen Urlaub haben wir ja noch vor uns- 3.490 Kilometer sagt Garmin, 7 Grenzen sage ich 😂 Schneller als erwartet sind -aufgrund getrennter Ausreise- Alex und Emma aus Georgien aus- und in die Türkei eingereist und warten auf mich (zum Glück 😂) bis ich mit Verspätung folge. Die Mittagspause direkt am Straßenrand, der über die nächsten 400 Kilometer gleichbedeutend mit Meer ist, würde zum bleiben verlocken.





Aber es hilft ja nichts- und wir haben das Abbiegen nach 186 Kilometern nicht verpasst 😂 Kurz vor Samsun, wieder direkt in erster Reihe am Meer wird das nun wohl der letzte Stellplatz an der Schwarzmeerküste werden 😢. Vor lauter direkt ins Meer hüpfen weil dann doch warm nach 5 Stunden fahren hab ich heute keine Bilder mehr 🤷♀️
Denizin hafif tınılarını andıran selamlar
