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Im Herzen Georgiens

Tblisi hat uns nicht verschluckt, es gibt uns noch!

Aber allein die vielen Naturweinbars würden einen mindestens einwöchigen Aufenthalt rechtfertigen 😂 Und dann gilt es ja auch noch die Stadt zu erkunden 🤪

Wir entscheiden uns für ein Camp Hotel außerhalb der Stadt, weniger der Sicherheit wegens, sondern eher, um komfortabel im Grünen und nicht mitten in der Stadt am Straßenrand schlafen zu können. Unerwarteter Pluspunkt: ein Pool 🤩 Kleiner Punktabzug: schon irgendwie auch unsexy, im umzäunten, asphaltieren und nachts voll ausgeleuchteten Hof zu stehen 🙈

Egal, mit Bolt, dem georgischen Pendant zu Uber, lassen wir uns noch am Montag nachmittag in die Stadt kutschieren. Die Temperaturen schreien mit angenehmen 28 Grad geradewegs nach Stadtbesichtigung und wir lassen uns vom Freedom Square durch die Altstadt und den Rike-Park treiben.

Die wunderschönen Holz-Balkone und Fensterfronten begleiten, erstaunen und verzaubern uns schon seit Beginn unserer Reise durch Georgien und finden sich hier natürlich erst recht zuhauf: einer schöner als der andere 🤩

Kaum hinterher kommt man mit schauen im quirligen Trubel der Alstadt. Der Tag endet – nein, nicht in einer Naturweinbar, sondern in einem netten Restaurant zusammen mit Robert, der vor 28 Jahren ( was eigentlich gar nicht sein kann…) mit mir in der Schule war, neben München momentan mehrheitlich in Tiflis lebt und arbeitet und über Instagram gesehen hat, dass wir in Georgien unterwegs sind. Social Media sei Dank 😂

Und Danke natürlich auch an dieser Stelle an Robert für den kurzweiligen Abend, die Innensicht auf Georgien, die Erklärungen für vieles für uns nicht Erklärbares und vor allem den reich gedeckten Tisch mit so viel georgischen Köstlichkeiten, dass wir aufgeben mussten! Bilder davon gibt’s leider keine 🙄 Völlig neu für uns und für außerordentlich lecker befunden: Jonjoli (eingelegte Blütenknospen der Kolchischen Pimpernuss), direkt ins Repertoire aufgenommen: neben anderen Dingen wie z.B. Koriander im Tomaten-Gurken-Salat oder das beste Sonnenblumenöl von Welt diese Spezialität: Estragon-Limonade 🤩

Gut gefüllt mit ersten Eindrücken und sehr satt fallen wir in erleuchteten Schlaf 😂

Die Sonne (und Wärme) weckt uns, der Pool verschafft Linderung, es ist schwül-heiß, aber die Stadt ruft trotzdem. Oder der genau ausgearbeitete Erkundungsplan der Reiseleitung… Shopping-Stationen inklusive 🙈 7 Kilometer geht es -mit Abstechern- immer linkerseits am Fluss Kura entlang durch Old Town, Freedom Square, Sololaki über Mtatsminda, Vera, Rustaveli bis wir zum Essen die Fluss-Seite wechseln und völlig erschöpft im Ziel, ein Restaurant im Stadtteil Chugureti ankommen.

Die Ausbeute? Mitbringsel für andere: 0, Mitbringsel für uns selbst: 1 ( eine wunderschöne Collage des georgischen Künstlers Guram Tsibakhashvili), Shoppingbudet: damit direkt erschöpft, Naturweinbar: immerhin 1, eingekaufte Weine: 13, tolles Essen am Ziel: eher 0, tolles Ambiente des Restaurants: 1+ (wer das wohl ausgesucht hat 😂), Eindrücke: unendlich viele 😍

Tblisi ist eine Stadt nach meinem Geschmack: jeder Winkel, jede Gasse, jedes Haus und hier sogar jeder Balkon bietet andere Eindrücke, modern und kaputt immer ganz nah beieinander, mit Ecken und Kanten. Das wird -hoffentlich- nicht der letzte Besuch gewesen sein 😍

Und für aufmerksam Lesende: nein, wir haben keine 13 Flaschen Wein durch die Stadt getragen und nein, wir sind auch nicht mit Emma direkt ins Herz Tblisi gefahren. Es gibt nämlich Bolt send- und die Weinladen-Bar (die gefühlt eher selten so viele Flaschen in einem verkauft) meinte, das sei kein Problem, wenn wir den Wein bezahlen und dann am nächsten morgen abholen lassen. Wir sind ja mutig 😂

Es wäre auch ganz unproblematisch gewesen- hätte sich die Bar-Mannschaft noch an unseren Wein erinnert und vor allem: am Vortag zum Wein auch unseren Konsum kassiert 😂 Der georgisch-englischen Konversation zwischen uns, Bar und Bolt-Fahrer, vor allem aber dessen Geduld und -nach Bringen des Weins zu uns- einer Rückfahrt mit dem Bargeld in Höhe unseres Barkonsums zur Bar (und entsprechendem Trinkgeld) sei Dank konnte die Mission für alle Seiten erfolgreich abgeschlossen werden 🙈

Die Weinvorräte gefüllt verlassen wir Tblisi gestern morgen gen Osten: Kachetien ist das nächste Ziel, die Weinregion Georgiens 😂 Wir haben den Kofferraum allerdings mit Naturweinen und Pet-Nats gefüllt, die allesamt von kleinen, teils Familien-Weingütern stammen, die auch nur kleine Mengen produzieren wovon noch Teile in den Export gehen, vor Ort also nur bedingt erhältlich sind.

Vielleicht hätte man sich mit Wein und Weingütern in Kachetien beschäftigen müssen- unser Interesse wecken die riesigen, teils sehr touristisch wirkenden Weingüter nicht und wir lassen sie einfach mal links liegen und genießen den Anblick des Alzani-Tals.

Leider müssen wir auch die Wehrkirche Gremi links liegen lassen, nachdem wir um 17.05 Uhr auf den Parkplatz fahren, diese jedoch bereits um 17 Uhr schließt und nicht wie alle anderen um 18 Uhr…

und auch für die Klosterruine Nekresi sind wir zu doof, indem wir aus Blasenheilungs-Gründen entscheiden, keine 3 Kilometer zur Ruine den Berg hoch (und dann wieder runter ) zu wandern und dabei (also ich) übersehen, dass es einen Shuttle vom Parkplatz aus gibt 🤦‍♀️.

Dafür gibts nen schönen Übernachtungsplatz einsam am Waldrand mit Kamillenwiese, Pferd und Ausblick auf das weite Alzani-Tal 🤷‍♀️🤩.

Und heute? Haben wir über einen Zwischenstopp im wunderschönen Städtchen Sighnaghi, das hoch am Berg trohnt und die ganze Weite des Tals im Blick hat, bei Pet-Nat, einem halben Schwein und einem ganzen Kartoffelacker fast verdrängen können, dass wir ab nun die Richtung ändern und wieder auf dem Weg zurück Richtung Schwarzmeerküste sind 😢

Nun verbringen wir die Nacht wohlbehütet von alten Ruinen und starten morgen einen Abstecher direkt an die Grenze zu Aserbaidschan.

Grüße vom Burgruinen-Fräulein und dem Knecht 😜😂

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