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Bilderbuchreise

Wir sind gesprungen vorgestern- von Unterswanetien bis zu den nächsten Bergen, immer dem Asphaltband nach, dass schon seit Jahrtausenden als einzige Möglichkeit (der Asphalt vlt nicht, aber zumindest der Weg) zum einzigen direkten Grenzübergang nach Russland führt.

Irre, das wir Teheran hier näher sind als der Heimat 😳 3.200 Kilometer über Aserbaidschan und Iran und wir wären in Samarkand in Turkmenistan, etwa 3.500 Kilometer dann bis Taschkent in Tadschikistan. Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan- alle Kennzeichen vertreten unterwegs.

Wir biegen dann doch links ab und nehmen die Heerstraße Richtung Russland (130 Kilometer), schaffen es bis an das Zhinvali Reservoir, ignorieren die Wehrkirche Ananuri, suchen uns ein nettes Plätzchen an den Resten eines Flusses und bescheren den ansässigen Stechmücken ein ordentliches Abendessen- herrje 🤯.

Die Heerstraße hat weit weniger LKWs und Transitverkehr im Angebot, als es auf der einzigen Transitstrecke gen Russland erwartbar wäre (und Reisetipps glauben lassen), so dass wir nicht hinter Lastern die Berge und den Kreuzpass auf 2.500 Meter hochkriechen müssen, sondern Emma zügig voransausen kann und wir nach weiteren traumhaften Berg-Weitblicken bereits am frühen Nachmittag Stepandsminda (oft auch als Kazbegi zu finden) erreichen.

Reiseführer und Reiseblogs im Internet lassen uns bzw. die Reiseleitung etwas im unklaren, ob oder wie weit wir mit Emma an das georgische Wahrzeichen schlechthin fahren können, weil, wie alles hier, die Zufahrt mal wieder steil und eng ist und man unten parken und sich entweder hochfahren lassen soll oder gleich zu Fuß gehen. Wartezeit fürs Hochfahren lassen wohl etwa 1 Stunde- dann laufen wir die 400 Höhenmeter, tut uns auch gut .

Bis wir uns bei der Durchfahrt im Ort orientiert haben und merken, dass wir am offiziellen Parkplatz (und auch den Fahrgelegenheiten) unten schon vorbei sind, fahren wir bereits gut ausgebaute Serpentinen hoch, die für Emma alles andere als zu eng sind und oben wartet ein riesiger, halb leerer Parkplatz. Wohl nicht laufen 🤷‍♀️😂

Und dann beginnt ein weiterer Teil Bilderbuchreise, der sich kaum in Worte fassen lässt. Ich versuchs erst gar nicht.

Gergeti Sameba – Gergetier Dreifaltigkeitskirche, quasi direkt vor dem (je nach Zählweise) dritthöchsten Berg Georgiens (und Europas) mit 5.054 Metern gelegen, auf dessen Spitze der Himmel dankenswerterweise immer wieder einen Blick freigibt.

Und weil wir ja viel schneller waren als geplant (und nicht hochlaufen mussten) gibt’s in Gveleti die Wanderung zum großen Wasserfall am frühen Abend gleich noch mit dazu:

Stürmischer Abend und Nacht auf dem zugehörigen Parkplatz inklusive- Außenküche ist nicht, die zweite Hälfte der am Straßenrand erstandenen Waldpfifferlinge würden direkt aus der Pfanne geweht werden, Emma wird so kreuz und quer durchgerüttelt, dass es sich innen nach hohem Seegang anfühlt 🤪

Trifft sich gut, dass wir heute noch ein wenig wandern wollen, der unnachgiebige Wind weht uns zurück an den Eingang des Truso-Tals. Piste zu holprig und Bodenkuhlen zu tief? Und nein, nicht die im Bild 😂 Kein Problem hier, wir stellen Emma einfach mitten in der Wiese ab und laufen dann halt 2 Kilometer mehr zum Start der Tour 🙈 Aber die lohnt sich!

Aussicht, Sinterterassen, ein glasklarer blaugrüner See, in dem unaufhörlich kleine Schwefel-Bläschen aufsteigen und durch welche Mineralien auch immer eingefärbte Wasserläufe lassen Sonne pur und den klebrigen Mix aus Sonnenmilch und Staub der 4×4 Fahrzeuge (ja, die kommen bis fast an den See 🤯) vergessen.

Im Truso- Tal bis zum Abano Mineralsee:

Die 20 Kilometer wandern werden dann auch noch mit Traumstellplatz direkt am Ufer des Aragvi und Blaubeerpfannkuchen zum Abendessen belohnt- was will Mann äh im Fall der Pfannkuchen Frau mehr 😂

Einen Kuhwecker gab es seither nicht mehr, dafür hat dieses friedliche Exemplar vorgestern Nacht 2 Stunden unter unserem Fenster gebellt und für Schlaflosigkeit gesorgt,

während dieser Bär von Hund gestern Nacht ganz friedlich über uns gewacht hat ☺️.

Weiterhin gibt es alle Arten von Transportmöglichkeiten

und Verkehrsteilnehmenden

wobei diese im besten Fall sehr dekorativ wild in der Landschaft stehen 😜

Andere Wohnmobile haben wir -ebenfalls entgegen unserer Erwartung- bisher kaum gesichtet, erst seit der Heerstraße ergänzen ein paar seltene Exemplare (u.a. aus China) sowie auch 2 Expeditionsmobile die Ansammlung. Insgesamt ist hier aber einfach gefühlt wenig(er) los, als überall geschrieben steht. Wie gut, dass die Baden-Württemberger schon da waren und die richtigen Worte finden 😁😂

Morgen geht’s nach Tblisi- hoffentlich überfordern uns soviel Menschen, Beton und Temperatur nicht 😂

Angenehm kühle Grüße in die Heimat

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