
Fast am Ende unserer Welt
Die Zeit vergeht auch im Urlaub schnell- und der letzte Blog ist schon wieder 3 Tage alt 🙈.
Wir sind vorgestern mit Bolt, dem georgischen Uber, bequem vom Stellplatz etwas außerhalb nach Batumi gefahren. Dankenswerterweise war bewölkt und die Temperaturen stadtfreundlich bzw so strandunfreundlich, dass wir ein bißchen mehr Georgien erleben wollten, als zwischen Reisenden aus aller Welt zu verweilen. Batumi als Las Vegas des schwarzen Meers hatte ich gelesen, dass sich in der Innenstadt aber auch die Architektur typischer Südstaaten-Städte eingeschlichen hat hat uns beide ein wenig überrascht. Kurz haben wir überlegt, ob wir falsch ausgestiegen sind und in New Orleans stehen 😜


Sicherheitshalber lieber mal in eine Weinbar- und da offenbart sich dann schon ein Unterschied: ausschließlich Naturweine, teilweise aus der für Georgien typischen Amphore, die wir zwar nicht alle probieren konnten (leider), von denen sich aber alle probierten als sehr lecker erwiesen haben. Okay, wir sind doch in Georgien 😮💨 Wehmutstropfen: die meisten oder sogar alle der getrunkenen Weine sind in Georgien schwer bis gar nicht zu bekommen, weil sie in den Export nach Europa, USA und Asien gehen. Schade eigentlich (auch für Markus) 😭.


Nun gut, dann doch noch ein wenig durch Batumi schlendern, Sehenswürdigkeiten finden, das nächtliche Las Vegas erleben, über den Bauboom staunen und gleichzeitig bei der Ausfahrt aus der Stadt sehen, dass von diesem ziemlich sicher nicht alle profitieren…






Batumi ist zumindest augenscheinlich ein ganz schöner Schmelztiegel an Kulturen, Stilen und Einflüssen. Meine persönliche internationale Kennzeichen-Liste wurde ganz nebenbei um AM, KZ und TM erweitert 😳
Ach so- und erstes georgisches Essen gab’s natürlich auch: Catschapuri und Khinkali – Fresskoma inklusive 😂 Aber sehr lecker!


Damit ist der Stadtbedarf erstmal gedeckt- zusammen mit günstiger Wetterprognose in Form eines 2-Tage-Sonnenfensters ist das der Startschuss gestern morgen für die Weiterfahrt in Richtung Hoher Kaukasus. Auch wenn sich unterschiedlichste Dinge lesen: nach neustem Stand müsste der Zagari-Pass für Emma machbar sein (sofern es nicht regnet, denn da drohen Unterspülungen und: Matsch 🤯).
Dem Wetterfenster geschuldet genießen wir die restliche Küste aus dem Auto heraus und legen keinen weiteren Meer-Halt mehr ein. Vielleicht können wir das am Ende nachholen- die anstehende Tour aber eher nicht. Es geht langsamer voran, was nicht unbedingt an den Straßenverhältnisse als eher an etwas spezielleren Verkehrsteilnehmenden liegt 😂


Langsam vorankommen lässt zumindest mehr Zeit, den Blick aus dem Fenster zu werfen: erst direkt am Meer entlang, später Richtung Norden durch Marschland-Nationalpark, am Ende entlang des grün glitzernden riesigen Enguri-Stausees, an dessen Zufluss wir nach Fahren, Einkaufen und Tanken ein schönes Plätzchen für die Nacht finden 🤩








Eindeutig nicht bade- sondern nur wildwassergeeignet zwar keine direkte Abkühlung, aber schön anzuschauen und jeglichen Straßenlärm verschluckend 😂
Wir befinden uns hinter Zugdidi bereits auf der einzigen Zufahrtsstraße in die Berge bzw. schon mitten in den Bergen Richtung Oberswanetien, da gibt es rechts und links wenig Möglichkeiten und dann spielt am Ende des Tages auch keine Rolle, dass wir bei der -wirklich einfachen – Zufahrt mit dem Hintern von Emma äh dem hinteren Querträger aufgesessen sind. Ist ja auch nich unüblich 😂
Kostet uns bei der Weiterfahrt heute morgen aber leider doch 3 Anläufe und macht das Unterlegen der Sandbleche notwendig- da werden Erinnerungen wach 🙈
Wir rütteln uns heute den restlichen Tag so durch, wohl wissend, dass das eher mehr als weniger wird, freuen uns über den trotzdem guten Ausbau der Straße, überlegen kurz, einen Abstecher in ein Seitental zum Wandern zu machen, können aber nicht abschließend klären, ob der Startpunkt tatsächlich anfahrbar ist für uns und genießen stattdessen einfach nur die Aussicht. Was in diesem Fall völlig ausreichend ist!





Ziel ist, das schöne Wetter heute zu nutzen, einen Zwischenstopp in Mestia einzulegen und dann Richtung Ushguli den Pass zu überqueren. Doof nur, dass der hinter Ushguli liegt 🤪 Gut, dass die umnachtete Reiseleitung das aber zumindest noch vor Ushguli merkt 🙈
Aber eins nach dem anderen: Mestia besitzt einen hochmoderne Polizeiwache des Stararchitekten Jürgen Meyer H., was alleine schon einen Halt wert ist, die sie einem (zu) viel Geld besitzenden ehemals Regierenden verdankt, der gleichzeitig auch den Umbau des abgelegenen Bergdorf in ein zukünftiges Ski-Ressort angestoßen hat, was mehr als fragwürdig ist und auch genauso anmutet. Aber wer weiß- vielleicht fahren wir irgendwann nicht mehr nach Livigno, sondern nach Mestia in Georgien mit zuverlässigen 6m Schnee und Winter von Oktober bis quasi Juni 🤔



Wenigstens bei der Weiterfahrt nach Ushguli (42 Kilometer entfernt) bzw. auf Nachfrage, wie weit es noch zum Pass ist, wird klar: scheiße, der liegt nicht vor, sondern zwischen Ushguli und Lentekhi… und von Ushguli bis Lentekhi sind es nochmal 76 Kilometer. Es ist bereits Nachmittag- im Dunkeln fahren is nich und park4night zeigt nach Ushguli nur noch wenige Plätze an, von denen zwar welche mit einfacher Zufahrt beschrieben sind- aber das waren sie bisher alle 🤪 Nichts zu machen, das wird nix mehr heute 😳.
Dafür liegt kurz vor Ushguli ein perfekter, ebener, steiniger Platz, weit genug weg von möglichen Steinschlag mit 360-Grad-Panorama-Aussicht und Abendsonne.




Wie gemacht, um potentielle neue Abenteuer bis morgen ruhen zu lassen. Und ja, eine empfindet den Pass, der bis vor kurzem als der abenteuerlichste und gefährlichste Pass galt, weiterhin erstmal als Abenteuer, obwohl er mittlerweile wohl zumindest in weiten Teilen asphaltiert ist… 😮💨 Meine Meinung ändere ich dann gerne morgen im Nachklapp 😇
In diesem Sinne nun erst einmal von wahnsinniger Aussicht mit Blick auf schneebedeckte 5000 Meter hohe Berge und sommergrünster Berglandschaften erfüllte Grüße aus dem Hohen Kaukasus kurz vor Ushguli. Luftlinie etwa 30 Kilometer von Russland entfernt- aber: die 5000er als unüberwindbare natürliche Hürde nicht vergessen und damit keine Gefahr, dass wir mit Emma aus Versehen über eine Grenze fahren 😉 😂
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