
Wir sind in Georgien – oder auch: Alexander, you have to pay 🤪
Nein, wir sind nicht im Erholungs-Modus am Marmara- Meer verloren gegangen, auch wenn es verlockend gewesen wäre. Wir stecken auch nicht erneut im Schlamm fest 💪
Aber das Internet ist so eine Sache auf der diesjährigen Reise und begleitet uns sehr sporadisch- ein bißchen scheibchenweise und manchmal in Sekundenschnelle wieder vom Winde verweht 😂 Trotz entsprechender esim-Karten…
Wir sind planmäßig gestartet vorgestern und haben von noch verbliebenen 1.331 Kilometern immerhin 540 durch wechselnde Landschaften zurückgelegt, bis wir den Verlockungen einer außergewöhnlichen Platzbeschreibung erlegen sind: Bergsee, einfache Zufahrt 🤩 Moment, war da nicht was? Aber einer hat ja Geburtstag und damit Bestimmer-Tag, wir wollen diesen nicht den ganzen Tag im Sitz verbringen, und: es hat nicht geregnet und ist noch hell – also hoch mit Emma (sofern die Zufahrtsbeschreibung stimmt)!
Sie stimmt und es lohnt sich: wir schrauben uns bei Ilgaz unkompliziert auf Schotterpiste auf 1700 Meter hoch und finden einen wunderschönen Bergsee inmitten traumhaftem Berg-Panoramas – Bergblumen als Womo-Deko inklusive 🤩
Beste Kulisse für ein Reste- Geburtstagsessen, eine Nacht mit Decke (13 Grad), Kaffee und Sport in der Morgensonne und einen entspannten Start in die gestrige nächste Etappe.













Wer rechnen kann: 1.331 – 540 = 791 verbleibende Kilometer. Also auf die Plätze, fertig, los: bei Samsun erreichen wir das Schwarze Meer, dem wir von nun an nicht mehr von der Seite weichen. Einkaufen, Tanken, kurze Müsli-Kaffee-Mittagspause und schwups fahren wir in traumhaftes, vom Sonnenuntergang in allen Schattierungen angeleuchtetes, rosa Wolkengebirge – in die Dämmerung. Es gibt keine Autobahn mehr, die Schnellstraße am Meer wird immer wieder von Städten, Ampeln, stockendem Verkehr unterbrochen, dementsprechend verlangsamt sich auch unser Tempo.




Und der Nachteil beim so direkt am Meer entlang fahren, dass manchmal kaum ein Handtuch zwischen Straße und Wasser passt? Richtig, Stellplätze sind rar… sehr rar… und eher auf der Gegenseite… und damit im mittlerweile Dunkeln eigentlich nicht zu sehen. Wir entscheiden uns für den nächsten großen Parkplatz- und haben das Nachsehen: es ist ein Hochzeits-Salon und etwa 300 Autos der Hochzeitsgesellschaft waren vor uns da 😂
Dann nehmen wir halt doch den angegebenen offiziellen Camper-Stellplatz bei Görele direkt an der Schnellstraße, wir haben ja Ohrstöpsel. Die helfen zwar nur bedingt gegen lautstarke türkische Karaoke aus bzw. vor dem Nachbarbus, aber zumindest sehen wir das erste Wohnmobil mit echter Dachterasse und integriertem Fernseher 😳


Der nachbarlichen Box (oder den Sängern) geht irgendwann die Energie aus, die schwüle Wärme der Schwarzmeerküste lässt ein wenig nach, frisch geduscht und satt vom selbstgemachten Sac Kavurma wird es eine erstaunlich gute Nacht.
Allein der Kampf mit der zwingend abzuschließenden georgischen Autoversicherung, die sich einfach nicht bezahlen lassen will als auch mit dem Nachzahlen der Maut in der Türkei, bei der sich offenbart, dass wir noch Mautschulden aus 2025 haben, die sich nicht bezahlen lassen, weil die Frist abgelaufen ist und nun eigentlich Strafe on top kommt trüben den Parkplatzmorgen ein wenig. Wir schaffen die Autoversicherung dann doch und bezahlen zumindest die aktuellen Mautschulden in der Türkei- das würde uns sonst an der Grenze einholen.
Und genau diese streben wir heute an: 230 Kilometer bis Georgien, die wir gemeinsam mit Kleinbussen, Kleinlastern, Kleinwagen und vielen großen Lastern mit etwa Tempo 70 im Schnitt bestreiten. Zum ersten Mal im Leben sehe ich neben den zu erwartenden georgischen die internationale Kennzeichen AZ, UZ, TM – Vorboten für uns -oder mir- so fern liegender Länder, die hier gar nicht weit entfernt sind. Wir sind eindeutig an den Grenzen des geopolitischen Europas angekommen- und sehr gespannt, was uns am Grenzübergang bei Sarpi (und darüber hinaus) erwarten wird.

Da geht die wunderschöne, urwaldähnliche, grüne Schwarzmeerküste mit den vielen Teefeldern fast ein wenig unter 🙈



Die erste Befürchtung an der Grenze bestätigt sich jedoch: nur der Fahrer darf im Fahrzeug bleiben, ich muss aus dem Womo und zu Fuß und getrennt einreisen. Fängt ja gut an 😮💨 Einfacher wäre das sicher mit Türkisch-Kenntnissen (in Englisch steht hier gar nichts), aber auch wenn die Grenze viel chaotischer, lauter, turbulenter ist, ähneln sich Grenzen dann doch und das machen, was alle anderen machen, hilft auch. Zumindest sehe ich Emma immer wieder von unterwegs, das ist ja schonmal was 😂


Vielleicht hilft ja auch der deutsche Pass – zweimal erfolgreich Schlange gestanden, lediglich eine Rückfrage zu Art und Dauer des Aufenthalts, die Handtasche geröntgt und ich stehe auf dem mindestens so chaotischen Platz vor der Grenze – kann aber Emma zumindest in der Autoschlange sehen ☺️ Schon anders als alle Grenzen und Länder die wir seither erlebt haben 😂
Alex wähnt sich mit Emma schon erfolgreich aus der Türkei ausgereist, als sich kurzerhand direkt vor seiner Nase der Schlagbaum senkt – und die Lautsprecher- Durchsage „Alexander, you have to pay“ dann doch an die Mautschulden aus 2025 erinnert 😂 Zumindest nichts, was sich nicht lösen ließe und nach ein wenig weiterer Wartezeit, dem auch nach viermaliger Durchsuchung Nichtfinden eines Motorrads (nichtmal in den Staukästen innen) und dem Vorzeigen aller (!) notwendigen Dokumente stehen auch Alex und Emma auf georgischem Boden- schon ein ganz schön gutes Gefühl 😇

Der Rest des Tages ist schnell erzählt: wir steuern einen knapp 5 Kilometer hinter der Grenze liegenden alternativen Campingplatz (also eine umzäunte Wiese) an, der auf Spenden basiert um Straßenhunde zu retten um in Ruhe anzukommen und der uns morgen vermutlich als gute Ausgangsbasis für die Besichtigung von Batumi dient. Der Sprung ins wunderbar klare Meer und ein atemberaubend schöner Sonnenuntergang sind dabei inklusive 😍





Wie es dann weitergeht wissen wir noch nicht so genau- eigentlich wollten wir im Uhrzeigersinn den Rundkurs aufnehmen, aber das Wetter ist ausbaufähig und in den kommenden Tagen ist immer wieder Regen angesagt. Regen, Emma, Bergtouren und Pässe vertragen sich nicht sehr gut und könnten ein umplanen erforderlich machen…
Aber wir werden sehen- und uns jetzt erstmal ein wenig akklimatisieren 😇
Ach so- wir sind nicht zu Frühaufstehern oder Frühinsbettgehern mutiert- Georgien ist 2 Stunden vorneweg 😉 Und wer sich Sorgen um unsere Zeitplanung machen sollte: Georgien ist im gesamten so groß wie Bayern 😎
ღამე მშვიდობისა 😘